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SAP S/4 HANA stagniert
SAP S/4 HANA stagniert
Time icon20 February 2019, 9:02 am

Die Deutschsprachige SAP Anwendergruppe (kurz: DSAG) hat im Januar 2019 eine Investitionsumfrage in Unternehmen durchgeführt, die die Walldorfer ERP-Software-Produktlinie benutzen. Nur rund 3 Prozent der insgesamt 244 Befragten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz  arbeiten nach aktuellen Erkenntnissen der DSAG mit SAP S/4HANA. Weitere 5 Prozent der befragten Unternehmen planen für 2019 eine Einführung von S/4HANA. Ende 2018 nutzten nach Angaben im Corporate Fact Sheet der SAP-Initianten 10.500 Unternehmen aus der Wirtschaftsregion D-A-CH die S/4HANA Datenbank, also 2,5 Prozent der 425.000 Gesamtanwender. 

 

Big Data & Internet of Things im Fokus der Unternehmen 

 

Insgesamt lässt sich ein anhaltender Negativtrend bei SAP-Investitionen beobachten. Insgesamt fällt die Steigerungsrate um ein Sechstel geringer aus als im Vorjahr. Etwa ein Drittel der Unternehmen verantwortet das IT-Budget für die Auswertung von Software-gestützten Geschäftsprozessen durch interne Fachabteilungen. 

Die Umfrage ergab, dass in 46 Prozent der DACH-Unternehmen Projekte geplant oder bereits angelaufen sind zum Thema „Big Data“. In 43 Prozent der Unternehmen soll in naher Zukunft in das „Internet of Things“ (kurz: IoT) investiert werden, ebenso wie in die Implikation von Künstlicher Intelligenz (KI) und „Machine Learning“ (ML). Auf Platz 4 der betrieblichen Interessensliste folgt „Robotic Process Automation“ (RPA). Rund 19 Prozent der Unternehmen beabsichtigt keinerlei Investitionen in Projekte zu diesen aktuellen Themen. 

Nur etwa ein Drittel der befragten Unternehmen planen für 2019 mittlere bis hohe Investitionen in S/4HANA für SAP. Damit liegt dieser Wert 15 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Um 8 Prozent dagegen stieg der Wert für Investitionen in „Success Factors“, mit denen eine digitale Transformation im Personalwesen und bei der Mitarbeitererfahrung realisiert werden kann. 

Direkt dahinter auf Platz 2 landet mit 28 Prozent die SAP Analytics Cloud, mit der durchgängige Entscheidungsprozesse beschleunigt werden können. Immerhin noch 12 und 13 Prozent der befragten Unternehmen in DACH beabsichtigen Investitionen in „Ariba“ oder „Integrated Business Planning“ (IBP), um die Finanz-, Verkaufs-, und Lieferkette zu optimieren. 

 

S/4HANA zur Zeit kaum im Fokus der befragten Unternehmen in D-A-CH 

Die Integration in Unternehmen steht zur Zeit noch nicht im zentralen Fokus. Trotz zahlreicher Pläne und Vorhaben der befragten D-A-CH Unternehmen, kommt SAP S/4HANA erst in 3 Prozent der Firmen zum Einsatz. Erst für das Geschäftsjahr 2021/22 planen im genannten Wirtschaftsraum weniger als ein Drittel der Betriebe den Umstieg. 

Die Gründe hierfür liegen einerseits in der Ansicht vieler Unternehmen, dass sich das Umsteigen auf S/4HANA auch noch vier Jahre hinauszögern ließe. Grund dafür sei eine hohe Leistungsfähigkeit des Systems mit nur minimalem Weiterentwicklungsanteil von 5 bis 10 Prozent.. Andererseits schätzen viele Anwender den Aufwand für einen Komplettumzug in ein anderes Systems häufig falsch ein. Bei der häufig eingesetzten Brownfield-Implementierung ist der Umzug aus einem anderen System oft komplex und unübersichtlich. 

90 Prozent der DSAG-Mitgliedsunternehmen halten an herkömmlichen Geschäftsprozessen fest. Allerdings schätzen viele der befragten Unternehmen in DACH Investitionen in die Digitalisierung für wichtig ein, genauer 68 Prozent. SAP S/4HANA wird im Zusammenhang mit Digitalisierung häufig assoziiert, ein geringer Anteil an Unternehmen legt jedoch generell keinen Wert auf Investitionen in neue Geschäftsmodelle. 

Die Verantwortlichen von SAP suchen nach Möglichkeiten, Bestandskunden noch besser über die gut aufgestellten SAP Produkte und Services zu informieren. Die Übergangszeit in der Umstellung wird von Wirtschaftsexperten allerdings eher als langwierig eingeschätzt. Als einem der einflussreichsten Anwenderverbände weltweit ist es der SAP Anwendergruppe e.V. ein Anliegen, aktuelle Einschätzungen und nützliche Informationen auch in Zukunft bereitzustellen. 

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